Weihnachtskonzert mit dem Meldorfer Domchor am Samstag, 14. Dezember 2019 um 19.30 Uhr im Meldorfer Dom

Herzliche Einladung!
Josef Gabriel Rheinberger (1839 – 1901) – Der Stern von Bethlehem op. 164
Eine Weihnachtskantate für Chor, Soli und Orchester aus dem Jahr 1891

„Es ist eines der wundervollsten Chorstücke dieser Zeit. Jedenfalls strahlt diese Musik eine ganz ähnliche Behaglichkeit aus wie die Märchenoper „Hänsel und Gretel“, die nahezu zeitgleich entstand. Das wundert nicht, ging ihr Komponist Engelbert Humperdinck doch bei Rheinberger in die Lehre.“ (Quelle: Programmheft „Stern von Bethlehem“, Bonn Kreuzkirche 2012, S. 5).

Dem Werk zugrunde liegt ein 1889 entstandener neunteiliger Gedichtszyklus von Rheinbergers Frau Fanny von Hofnaaß. Sie war eine gebildete Frau, die mehrere Sprachen beherrschte und über die Münchner Dichterszene hinaus geschätzt wurde. Aus ihren hinterlassenen Tagebüchern wird deutlich, wie groß ihr Einfluss auf das kompositorische Schaffen ihres Mannes war. Sie beriet ihn in Fragen der Textauswahl und verfasste selbst Texte für einige seiner Vokalwerke. Sie und ihr Mann standen in freundschaftlichem Kontakt zum ebenfalls in München wohnenden späteren Nobelpreisträger für Literatur (1910) Paul Heyse, dem damals unbestrittenen Dichterfürsten, der wiederum das Werk Rheinbergers schätzte und sich mit ihm einig war in der Ablehnung Richard Wagners. So schrieb Heyse voller Begeisterung an Rheinberger, der ein beachtliches Repertoire an Messen für den Gottesdienst hinterlassen hat, nach der Uraufführung seiner C-Dur-Messe op.169, der einzigen Orchestermesse (gemischter Chor, Solostimmen und Orchester) von Rheinberger: „Ich will nicht bis zum mündlichen Wiedersehen warten, verehrtester Freund, um Ihnen zu sagen, wie sehr mich das Werk ergriffen, erbaut und in einem höher und höher anschwellenden Strome von Kraft und Schönheit fortgerissen hat„. (Quelle: www.rodoni/busoni/wolfbusoni/rheinberger 2006.pdf, S. 14) Aus diesen Hinweisen mag deutlich werden, welch geschätzte Stellung nicht nur Josef Gabriel Rheinberger, sondern auch seine Frau Fanny im Münchener kulturellen Leben inne hatten.

Rheinberger selbst verband mit diesem Werk den wohl größten Schmerz in seinem Leben – dem Tod seiner Frau. Sie erkrankte kurz vor der Fertigstellung des Werks so schwer, dass sie die Uraufführung des Werks am 24.12.1892 in der Dresdner Kreuzkirche nicht miterleben konnte. Auch der Komponist blieb am Krankenlager seiner Frau. Fanny von Hofnaaß starb am 31. Dezember 1892. Aus nie überwundener Trauer hat Rheinberger keine der zahlreichen Aufführungen des gemeinsamen Werks besucht.

Karten zu 26,-, 22,-, 18,-, 10,-€ im Vvk bei Evers Papier, Meldorf Tel. 04832 8686 oder an der Abendkasse