Taizé in Meldorf wieder am 21. Mai um 19 Uhr im Dom

anstelle eines Plakats erfolgt die Einladung zum nächsten Taizé-Gottesdienst mit Abendmahl  diesmal durch persönliche Eindrücke von Johannes Jühlke:
Einfach leben – einfach singen – einfach beten: Diese Einstellung zum Leben als Christ ist unschwer der weltberühmten Communauté de Taizé in Südburgund zuzuordnen, die durch die regelmäßig stattfindenden Taizé-Gottesdienste in der Meldorfer St. Johannis-Kirche nun auch in Dithmarschen präsent ist. Von Pastorin Nadia Kamoun und Pastor Benjamin Pohlmann vorbereitet und umgesetzt, findet monatlich eine Abendandacht statt, die das Konzept der Einfachheit des Glaubens in den von Kerzen beleuchteten Dom bringt.
Im Rahmen meines Gemeindepraktikums konnte ich am 9. April zum ersten Mal an dem Taizé-Gottesdienst teilnehmen. Wir trafen uns schon früh, um die vielen charakteristischen Kerzenleuchten zu verteilen und anzuzünden. Außerdem war ein Teil der Kantorei anwesend, mit der Pastor Pohlmann die vierstimmigen Taizé-Gesänge einübte. Auch in diesen teilweise weltbekannten Melodien zeigte sich die Schlichtheit, die Taizé verkörpert: Unkomplizierte Rhythmen, kaum Dissonanzen, eingängige Texte und doch eine höchst besinnliche und ausgleichende Wirkung.
Als der Gottesdienst begann, wurde auch ein weiterer großer Unterschied zu den bekannten Gottesdiensten deutlich: Niemand stand vorne und erzählte, auch der Pastor saß auf den Bänken. Sofort wurde deutlich: Es geht nicht um denjenigen, der vorne steht, sondern allein um die Verbindung zu Gott.
Den Anfang des Gottesdienstes prägte kein Orgelvorspiel und auch keine Begrüßungsrede, sondern es wurde – zunächst einstimmig und später vierstimmig – das berühmte Laudate Omnes Gentes gesungen. Gelesen wurde über den ganzen Verlauf nur sehr wenig, man hat entweder gesungen oder auch die Stille auf sich wirken lassen. So konnte ich auf eindrucksvolle Weise erfahren, wie einfach es sein kann, dem inneren Frieden näherzukommen im gesungenen oder stillen Gebet. Man lernt, gerade wenn man sich bewusst auf die Einfachheit konzentriert, sich zu öffnen, sich empfänglich für die innere Stimme zu machen, und das, was einen wirklich bewegt, vor Gott zu bringen. In einem ständigen Netz von komplexer Sprache, einem Übermaß an Informationen und einer Flut von sinnlichen Reizen kann man das schnell vergessen. Diese Erinnerung an die Kraft der Einfachheit war wohl eine der wichtigsten Dinge, die ich aus diesem Gottesdienstbesuch mitnehmen konnte.