„Mein Vater, ist´s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!“

Jesus betet im Garten Gethsemane – Matthäus 26, 29

Im Garten von Gethsemane

Das letzte Abendmahl liegt hinter ihnen. Gemeinsam mit seinen Freunden macht Jesus sich auf den Weg Richtung Ölberg. Er sucht die Abgeschiedenheit des Garten Gethsemane, um sich offen von der Seele zu beten, was ihn als Mensch bewegt, was ihn ängstigt. Er bittet seine Freunde: „Bleibt hier und wacht mit mir!“ Und zu Gott: „Mein Vater, ist´s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!“

Es ist eine Schicksalsnacht. Seine Schicksalsnacht. Eine Nacht, in der sich die Ereignisse überschlagen werden. Eine Nacht, in der Jesus von engsten Freunden verraten, verleugnet und verlassen werden wird. Die sind jetzt schon schwach. Schlafen ein, statt ihm beizustehen.

Umso mehr sucht Jesus Gottes Nähe. Klammert sich an ihn und ringt gleichzeitig mit ihm. Bis er schließlich den Satz auszusprechen vermag, den auch wir in jedem Vaterunser beten, und der längst nicht immer leicht über die Lippen kommt: „Dein Wille geschehe!“

Am Ende ist es immer noch Nacht. Doch Jesus geht los. Mit all dem, was in ihm ist an Angst und Ungewissheit, aber auch an Vertrauen und Mut.

Text: Pastorin Esther Reininghaus-Cremers

Musik: Kantorin Anne MIchael über EG 789.2 – Bleibet hier und wachet mit mir