Frischgebackene JuLeiCa-ner

von Tjorven Boderius
Unter der Leitung der Diakone Heike Neumann und Mirco Pludrzinski und mit Unterstützung der JuLeiCa-ner Moritz Peters, Nina Bruhn und Kevin Möller, ließen sich 23  Jugendliche aus dem Kirchenkreis Dithmarschen in den Herbstferien zu Jugendleitern (JuLeiCa-ner) ausbilden. Die Ausbildung fand in der Jugendherberge Heide statt. Alle Absolventen zwischen 15 ½ und 21 Jahren haben es geschafft und sind nun Eigentümer der bundesweit anerkannten Karte, die ihre ehrenamtliche Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit qualifiziert und legitimiert.

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Neben Themen wie Spielepädagogik setzten sich die angehenden Jugendleiter mit dem Verhalten im Ernstfall auseinander: Zusätzlich zu einer eintägigen Erste–Hilfe–Ausbildung wurden Ausnahmesituationen, wie der Umgang mit „schwierigen“ Kindern, nach einer Theorieeinheit durch Gemeindepädagogin Marlene Thiessen beleuchtet. Was macht ein „schwieriges“ Kind aus? Warum wird ein Kind „schwierig“? Wie reagiere ich richtig? – Fragen, mit denen sich die Jugendlichen unter dem Anstoß: „Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten,“ auseinandersetzten. Sie merkten, wie schwer es sein kann, „schwierig“ zu definieren.

DSC_1638In selbst organisierten Gruppenstunden wurden die Jugendlichen dann mit „schwierigen Kindern“, verkörpert vom Rest der Gruppe, konfrontiert. Mit diesem größeren Projekt wurden sie darin geschult, sich selbst zu reflektieren und ihre Arbeit auf die Kinder und Jugendlichen abzustimmen. Denn der Schwerpunkt lag von Anfang an nicht nur auf dem Tätigkeitsumfeld, sondern auch auf den Jugendlichen selbst: Zu Beginn der Ausbildung setzte sich jeder einzelne mit seinen Stärken auseinander, bevor es an die Antwort auf die Frage, was einen „idealen“ Jugendleiter ausmacht, ging. Welche Fähigkeit gibt es, die ich noch verbessern kann, um ein „guter“ Jugendleiter zu werden? – „Selbstbewusster werden“ war einer der häufigsten Vorsätze in der Runde, denn ein Jugendleiter kann nur dann konsequent sein, wenn er sicher auftritt. Die Ausbildung setzte für viele den Impuls, Vertrauen in ihre Arbeit zu finden und zu festigen: Ich bin gut so, wie ich bin, denn jeder ist auf seine Weise einzigartig und besonders. Und eine Gruppe lebt bekanntlich von Unterschieden. Ganz wichtig war hierbei die Erkenntnis, dass es für die Arbeit kein Patentrezept gibt und auch ein Jugendleiter nicht unfehlbar ist.

Die JuLeiCa-Ausbildung setzt sich aus insgesamt 50 Unterrichtseinheiten zusammen. In einer Einheit informierte das Kinderschutzzentrum die Jugendlichen über mögliche Übergriffe und auffälliges Verhalten, um sie für Vorzeichen zu sensibilisieren und reaktionsfähig zu machen. Psychologin Marlies Lübker brachte ihnen die Entwicklungspsychologie näher. Außerdem stellte Angelika Michelly die Arbeit in der Urlauberseelsorge vor. DSC_1717
Weitere Unterrichtseinheiten umfassten die Themen Rechtliches, Nutzung und Risiken von Medien, Planung und Kalkulation und das Halten von Andachten.  Der Tag startete und endete jeweils mit einer kleinen Andacht, im Anschluss traf man sich abends zu einer geselligen Runde Werwolf, sang oder tauschte sich mit den anderen Teilnehmern aus. Es gab genug Raum für Lachanfälle und Zeit und Inhalt zum Füllen der Erinnerungsbücher.

Mit Abschluss der Ausbildung sahen die JuLeiCa-ner wehmütig auf die anstrengenden, aber schönen fünf Tage, die sie zu einer Gemeinschaft gemacht hatten, zurück. Denn neben dem Input der Ausbildung nahmen sie neue Freunde und die Verbindung zu den anderen Gemeinden mit.