Eintauchen in ein neues Leben

strandtaufen1Meldorf – Sie trugen weiße Kleider bei ihrer Taufe, so wie es vor Urzeiten üblich war. Und genau wie damals wurden sie ganz eingetaucht in das Wasser und wurden nass vom Kopf bis zu den Füßen. Vier junge Menschen ließen sich am Wochenende von Pastor Benjamin Pohlmann in der Nordsee taufen, etwa 70 Gäste und Familienangehörige waren zur Badestelle nach Nordermeldorf gekommen, um dieser außergewöhnlichen Zeremonie beizuwohnen.

„Kein Teil eures Körpers bleibt trocken“, erklärte der Seelsorger in seiner Ansprache zu „Das Wasser – Jesus mit seiner Kraft – umgibt euch ganz und gar.“ Und er bezog sich dabei auf einen Text aus der Bibel (Römer 6): Für Paulus war die Taufe einem absoluten Neubeginn gleichzusetzen, alles Alte und Arge werde durch die Taufe abgewaschen und sterbe, so der Apostel, ein neues Leben im Geist Jesu beginne. Wegen Texte wie diesem war es den frühen Christen so wichtig, ganz eingetaucht zu werden, und sie trugen weiße Kleider als Symbol für die Reinheit und als Zeichen des Neuanfangs.

Der Meldorfer Posaunenchor und Mitglieder der Band Beten² gestalteten den Gottesdienst musikalisch, Pfadfinder waren dabei, um eines ihrer Mitglieder zu verabschieden und halfen beim Auf- und Abbau der Bänke. Yannis Reincke, Johanna Scheelck und Jendrik Veers hatten sich im Zusammenhang mit dem Konfirmandenunterricht für die Taufe in der Nordsee entschieden, die zehnjährige Isabelle Guettouche ist seit Jahren in der Kirchengemeinde aktiv und gestaltet unter anderem jährlich das Weihnachtsmusical in Sarzbüttel mit.

Weil die Ebbe so weit fortgeschritten war, wurde es langer Weg für die Täuflinge, bis es tief genug für das Vorhaben war. Sie gingen entschlossen, und die Gäste am Ufer verfolgten das Geschehen gespannt. Noch ein kurzes Gebet, dann ließen sich die Vier rücklinks in die Arme von Benjamin Pohlmann und seiner Assistentin Jugendleiterin Nina Bruhn fallen, die die jungen Menschen sanft ins Meer gleiten ließen. Am Ende kehrten sie ans Ufer zurück und wurden von ihren Eltern in warme Arme und Decken gehüllt. „Diese Taufe werden sie sicherlich nie vergessen“, ist sich Benjamin Pohlmann sicher. „Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr wieder einige, die sich auf diese Art und Weise taufen lassen möchten.“