Ein Kind geboren zu Bethlehem – musikalische Verkündigung mit Tradition

Quempas-Singen im Dom

Vor 65 Jahren erklang das erste Quempas-Singen. Seitdem erfüllen traditionelle und auch immer wieder neue Weisen und Choräle Jahr für Jahr am ersten Weihnachtstag den nur mit Kerzen erleuchteten Meldorfer Dom. Mit feierlichen Prozessionen und sternenklar strahlenden Stimmen gestalteten in diesem Jahr mehr als 70 Sänger- und Sängerinnen des Kinder- und Jugendchores diese musikalische Weihnachtsgeschichte, die in zwei Vorstellungen mit einem aus jeweils 700 Zuschauerkehlen jubelndem „O du fröhliche“ endete. frontal mit Kichenbänken 2

Die Choreografie und Dramaturgie war gleichermaßen einfach und eindrucksvoll: Wie vor 2000 Jahren (wahrscheinlich) erklang das erste Geflüster „Puer natus in Bethlehem“ zart, leise und ehrfurchtsvoll von nur wenigen Stimmen. Ein mit der Gemeinde gemeinsam gesungenes „Herbei, o ihr Gläub’gen“ erweiterte den Kreis derer, die die Frohe Botschaft des in Bethlehem geborenen Kindes vernahmen. Und spätestens, nachdem einzelne Gruppen das Quempas-Leitlied „Den die Hirten lobeten sehre“ in alle Ecken des Doms getragen hatten, waren die Zuhörer vollends in den Bann dieser chorischen, weihnachtlichen Verkündigung gezogen.

einzelne Quempasgruppe

Die Begeisterung der Kinderchorkinder bei Liedern wie „O freudenreicher Tag“ oder „jubelt ihm, lobsinget ihm“ sprang genauso über wie eine eher andächtige Stimmung durch „Nacht über Judaland“ oder „Wenn alle Sterne schlafen gehen“.

Nahezu berwältigend waren allerdings die Darbietungen des gesamten Chores, besonders, wenn die hellen Stimmen der Jugendchor-soprane in Arrangements mit Oberstimmen brillierten, wie bei „O Bethlehem, du kleine Stadt“ oder „König der Könige“ von Gustav Brand, einem besonders anrührenden Lied.
So wie das Quempaslied ist auch eine Zugabe nach dem Auszug der Chöre in die Süderhalle fester Bestandteil des weihnachtlichen Singens. Traditionell dürfen sich ehemalige Chormitglieder dazugesellen und in das britische „Ding Dong ! Merrily on high“ mit seinem fröhlichen „Gloria – hosanna in excelsis“ mit einstimmen, wovon alle Jahre wieder reger Gebrauch gemacht wird.
Zugabe 1
Einer weiteren Tradition folgend erhielten alle Chormitglieder im Anschluss an die zweite Vorstellung einen Erzgebirgsengel als Dankeschön für ihren Doppeleinsatz am 1. Weihnachtstag sowie die chorischen Einsätze im gesamten Jahr. Wie immer, ließ es sich Kirchenmusikdirektor Paul Nancekievill nicht nehmen, jedem Sänger und jeder Sängerin die kleine Pappschachtel mit einem persönlichen Wort und Händedruck zu überreichen.
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