Ein selten aufgeführtes Werk im Meldorfer Dom

Der Meldorfer Domchor unter Leitung von Paul Nancekievill, hochkarätige Gesangssolisten sowie die Sinfonietta Lübeck bringen am Samstag, dem 12. März 2016, um 19 Uhr ein besonderes, selten gehörtes Werk zu Gehör: Die Brockes-Passion, Originaltitel „Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus“. Es ist ein Passions-Oratorium von Georg Friedrich Händel mit einem Libretto des Hamburger Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes.
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Der Text basiert auf dem Passionsgeschehen in den vier Evangelien der Bibel, insbesondere auf den Kapiteln 26 bis 27 des Matthäus-Evangeliums. Dabei wurde der Text nicht wörtlich übernommen, sondern auch in den Rezitativen in Versform nachgedichtet.
Dem erzählenden Evangelisten sind „Tochter Zion“ und vier „Gläubige Seelen“ gegenübergestellt, die das Geschehen reflektieren. Die Solisten sind: Fabienne Haßlöwer (Sopran), Henrike Henoch (Sopran), Etienne Walch (Altus), Stephan Scherpe (Tenor) und Tobias Ay (Bariton). Das Foto zeigt eine Probenausschnitt am Vorabend des Konzerts.

Nach dem Eingangschor (Sündenbekenntnis) werden das Abendmahl, der Gang zum Ölberg, das Gebet in Gethsemane, die Gefangennahme, das Verhör vor dem Hohen Rat, die Verleugnung durch Petrus, die Auslieferung an Pilatus, die Verhandlung vor Pilatus, die Verspottung, die Kreuzigung und der Tod Jesu behandelt. Der Schlusschor ist ein trostreiches Bekenntnis zu Christus, der die Welt durch sein Leiden erlöst hat. Brockes und Händel verfolgten mit diesem im Jahr 1719 uraufgeführten Werk das pietistische Ziel, dass sich der Hörer in die Passion hineinfühlen, für die Buße empfänglich gemacht und so von seinen Sünden erlöst werden kann. Restkarten für dieses besondere Konzert in Hinblick auf das bevorstehende Osterfest sind bei Evers Papier, 25704 Meldorf, Marktstraße 2. Tel. 04832/8686 und an der Abendkasse erhältlich.